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65 Jahre unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft

65 Jahre Landfrauenverband Main-Tauber: In 34 Ortsvereinen von Creglingen bis Wertheim sind rund 2400 Frauen organisiert / Zusammenschluss "up to date" 

Bericht der Fränkischen Nachrichten, von unserem Redaktionsmitglied Klaus T. Mende

Main-Tauber-Kreis. Wer 65 wird, der hat eigentlich genug geleistet und es verdient, kürzerzutreten. Doch diese These trifft keinesfalls prinzipiell zu. Denn der Landfrauenverband Main-Tauber erreicht im laufenden Jahr just dieses Alter. Allerdings wird die Einrichtung auch in Zukunft in vielerlei Hinsicht benötigt, längst ist er in vielen Gemeinden des Kreises ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens, auf den man nur ungern verzichtet. Zwischenzeitlich beläuft sich die Zahl der Landfrauen auf knapp 2400, die in 34 Ortsvereinen von Wertheim bis Creglingen organisiert sind. 
Es war der 28. März 1947, die Geburtsstunde der Landfrauen im Kreis. Im Gasthaus "Zum Lamm" in Weikersheim war's, als sich 66 künftige Landfrauen aus dem Altkreis zur Gründungsversammlung trafen. Sie firmierten gleichzeitig als erster Ortsverein, nämlich der aus Niederstetten. Vom Landesverband war seinerzeit Gräfin Leutrum vor Ort, die begründete, warum sich Frauen wieder organisieren sollten. In den FN war damals zu lesen: "In diesem Verein werden nicht nur Bäuerinnen aufgenommen, sondern alle Frauen, die auf dem Lande arbeiten, also auch Frauen der Neubürger, Beamten und Handwerkern sowie weibliche Landjugend." Als erste Vorsitzende ging Magdalena Limbacher in die Analen ein. 
Zwei Jahre nach Gründung des Verbands fand in Weikersheim das erste Landfauentreffen statt. Gleichzeitig zeigte die Mitgliederkurve stetig nach oben, zunächst im Altkreis Mergentheim konstituierte sich nach und nach ein Ortsverein nach dem anderen. Die Landfrauen waren auf dem Weg zu einer stattlichen Einrichtung, die zunehmend Einfluss gewinnen sollten. 1957 hatte Berta Löblein den Staffelstab als Vorsitzende von Limbacher übernommen. Die Zahl der Vereine war zwischenzeitlich auf elf angewachsen. Und im September 1966 war denn auch bereits die 1000er-Mitglieder-Grenze mit deren 1107 in jetzt 22 Ortsvereinen übersprungen. Schon seinerzeit war das Angebot als reichhaltig zu bezeichnen, was die Anzahl von Vorträgen und weiterbildenden Kursen angeht. Im gleichen Jahr wurde Helene Preuß aus Neubronn zur Chefin des Kreisverbandes gekürt. 
Als echtes Highlight kristallisierte sich 1967 das 20. große Landfrauentreffen anlässlich der Weikersheimer Kärwe heraus. Sie lauschten gebannt dem Vortrag des Hohenheimer Professors Zilosko zum Thema "Lebenschancen in der Welt von morgen". Bis 1971 hatte sich die Summe der Ortsverein auf 25 erhöht, die Mitgliederzahl lag bei knapp 1300. Und ein Jahr später avancierte Christa Rienecker aus Waldmannshofen zur vierten Kreisvorsitzenden seit Gründung des Verbands im Altkreis. 1972 wurde mit Gertrud Mang aus Schwäbisch Hall auch die erste Geschäftsführerin in das neu geschaffene Amt eingeführt. 
Nach dem Zusammenschluss der Altkreise Mergentheim und Tauberbischofsheim gesellten sich weitere Ortsvereine aus den Räumen Tauberbischofsheim und Wertheim so nach und nach hinzu. Ab 1977 hieß die neue Kreisvorsitzende Margot Lehmann. Die Bad Mergentheimerin sollte den Verband 15 Jahre leiten, die Geschäftsführung lag ab 1980 in der Verantwortung von Doris Stephan aus Tauberbischofsheim. 1992 übernahm Claudia Korinsky den Posten der Vorsitzenden und seit 2001 hat Selbigen mit Birgit Jürriens eine "Zugereiste" inne. Ab 1996 hieß die Geschäftsführerin Rosemarie Schwabel und seit 2004 meldet sich Uschi Schinkel am Telefon, wenn man die Geschäftsstelle in Weikersheim anruft. 
Im Laufe der Jahre haben sich die Interessen der Frauen, nicht zuletzt wegen der sich ständig verbesserten Lebenssituation, verändert. Waren in der Anfangszeit die Abende meist ausgefüllt mit Vorträgen über Basteln oder Gestalten sowie Näh- und Kochkursen, wurde die Angebotspalette im Laufe der Zeit immer breitgefächerter. 
Es gesellten sich unter anderem Gesundheits- und Schönheitskurse sowie Bereiche wie Computer, Fremdsprachen oder Polizeiaufklärung hinzu. 
Heute ist der Landfrauenverband längst ein nach modernsten Gesichtspunkten strukturierter Verein, der seine Produktpalette an die Mitglieder, aber auch darüber hinaus, den jetzigen Gegebenheiten angepasst hat. 
Die Landfrauen bieten ein zeitgemäßes Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten, Kursen und Vorträgen, die Frauen in allen nur erdenklichen Altersstufen ansprechen sollen. Des Weiteren gibt es organisierte Fortbildungsveranstaltungen für Führungskräfte in den Ortsvereinen, darüber hinaus Bildungsreisen, zahlreiche Computer- und Internetkurse und vieles mehr.
Die Landfrauen, ein Zusammenschluss, der im wahrsten Sinne des Wortes "up to date" ist, haben sich bis auf den heutigen Tag wichtige Aufgaben und Ziele auf ihre Fahnen geschrieben, die Bedingungen des weiblichen Geschlechts im ländlichen Raum weiter verbessern sollen. So vertritt der Landesverband Frauen auf politischer Ebene. 
Der Verein setzt sich durch eine aktive Interessenvertretung für die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Situation von Frauen und Familien im ländlichen Raum ein.
Zudem werden Rahmenbedingungen für die Begegnung, das Gespräch und den Gedankenaustausch von Frauen untereinander geschaffen. Außerdem gelingt es, Frauen durch Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen so zu unterstützen, dass sie selbstbewusst ihre Lebenswelt gestalten und die Lebensqualität des ländlichen Raumes Main-Tauber gesteigert wird. Ebenso sollen kulturelle Werte und Traditionen ländlicher Identität bewahrt und an künftige Generationen weitergegeben werden. 
Die 34 Ortsvereine mit den rund 2400 Mitgliedern sind offen für Frauen aller Generationen und Berufsgruppen. 
Der Verband gilt im Übrigen als parteipolitisch neutral und konfessionell nicht gebunden. Er ist ein staatlich anerkannter Träger der Erwachsenenbildung mit vielseitigem Bildungsprogramm auf Kreis- und Ortsebene und Mitglied im Landfrauenverband Württemberg-Baden. 
In den 34 Ortsvereinen werden neben den angesprochenen vielfältigen Bildungsprogrammen auch Gymnastikgruppen für Senioren, Ausdauer- und Funktionsgymnastik sowie Mutter-Kind-Turnen und Mutter-Kind-Gruppen für Interessenten angeboten. 
Wir bedanken uns recht herzlich bei denFränkische Nachrichten für die Veröffnetlichung und die gutet Berichterstattung von Herrn Klaus Mende, Redakteur. 10. Februar 2012


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